Non-Profit-Organisationen werden Social Media noch mehr brauchen

Es dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass Social Media nicht nur eine Modewelle ist, die bald wieder verebbt sein dürfte. Die stetig wachsenden Benutzerzahlen der Sozialen Netzwerke sind ein Indiz dafür, dass dieses Feld der Kommunikation eine Bedeutung erreicht hat, die nicht ungenutzt sein darf. Seiten wie Facebook, Twitter, YouTube oder Google+ sind mittlerweile Teil des täglichen Lebens. Die Benutzer verbringen signifikant Zeit in den Netzwerken zur Pflege ihrer Beziehungen oder auch zur Informationsgewinnung. Die Firmen machen es seit einiger Zeit mit der Einrichtung von Facebook oder Google+ Unternehmensseiten vor (Twitter wird diese Möglichkeit in Kürze auch bieten) und schaffen somit einen direkten Kontakt zu Menschen, die sich mit dem Unternehmen identifizieren und darüber Neuigkeiten erfahren möchten. Im Non-Profit-Bereich wünschen sich mittlerweile auch Spender ein verstärktes Engagement der Organisationen, an die sie ihre Spenden richten.
Immer noch sind Non-Profit-Organisationen sehr skeptisch, was den Eintritt in die Social Media Welt angeht. Kleine Non-Profits, die mit sehr begrenzten Budgets haushalten müssen, stehen einem Engagement in Form von Zeit, Kosten und Arbeitskraft in Plattformen eher ablehnend gegenüber, bei denen eine Erfolgsmessung (Return on Investment) relativ schwierig ist und meist nicht in absoluten Zahlen beziffert werden kann.
Es ist wahrscheinlich schwierig, einem sparsamen Vorstand die Aktivität und die Zeit in sozialen Plattformen zu erläutern und Ihrem Chef gegenüber zu begründen, wenn etwa das Projekt mit sinkenden Spendeneinnahmen oder geringerer Unterstützung durch Ehrenamtliche zu kämpfen hat, Ihre angebotenen Leistungen hingegen verstärkt nachgefragt werden.
Nachfolgend möchte ich 10 Gründe angeben, warum sich ein Engagement in Social Media für Non-Profit-Organisationen auch – oder gerade – in solchen Phasen lohnt:
1. Sie haben etwas zu sagen
Sie kümmern sich um Ihre Aufgabe, empfinden Leidenschaft bei dem, was für andere vielleicht ein besseres Leben bedeutet und sind zuversichtlich, dass Ihre Arbeit bei anderen anerkannt wird. Warum also nicht den Menschen, denen Ihre Arbeit wichtig ist – und denen, die Ihre Arbeit vielleicht im Moment noch nicht wertschätzen – darüber erzählen und Einblicke darin gewähren?
2. Ihre Unterstützer sind bereits in Social Media
Wenn Sie beginnen, sich in Social Media zu engagieren, werden Sie schnell feststellen, dass es viele Menschen gibt, die Sie bereits unterstützen. Sprechen Sie mit Ihnen und machen Sie deutlich, welche enorme Wirkung die Unterstützung Ihrer Arbeit hat.
3. Potenzielle Unterstützer sind in Social Media
Facebook hat weltweit über 800 Millionen Benutzer, in Deutschland sind es allein ca. 21 Millionen Nutzer (Stand 11/2011). Twitter verfügt in Deutschland über ca. 500.000 aktive Nutzeraccounts (Stand 02/2011). Diese Zahlen lassen sich beliebig für alle Sozialen Netzwerke fortführen. Seit Jahren verzeichnet man dort einen ungebremsten Benutzeranstieg. Waren vor ein paar Jahren nur die „Freaks“ online, so ist es mittlerweile auch z.B. die Gruppe der 40-60 jährigen mit einem nicht unerheblichen Anteil. Social Media ist zum „Breitensport“ geworden und bietet somit ein Potenzial für alle Geschäftsbereiche. Und mit ziemlicher Sicherheit sind auch Menschen dabei, die Ihre Arbeit gerne unterstützen möchten – wenn sie nur davon wüssten.
4. Sie können Ihre Aussenwirkung überwachen
Es gibt diverse Methoden, wie Sie mittels der Aktivitäten anderer Nutzer auf Ihren Social Media Profilen die Akzeptanz und die Aussenwirkung Ihrer Organisation oder Ihres Projekts messen. Diese Erkenntnis kann zwar manchmal nicht wie gewünscht ausfallen, doch dann haben Sie einen Ansatzpunkt, um entsprechend zu handeln oder gegenzusteuern. In Sozialen Netzwerken sind Menschen zumeist ehrlicher als in einem persönlichen Gespräch, sodass die Rückmeldungen, die Sie von Ihren Besuchern erhalten ein gutes Indiz für die Wertschätzung Ihrer Arbeit nach Aussen hin ist.
5. Sie können Autorität aufbauen
Mit dem Twittern oder Posten von Informationen über Ihre Arbeit und der Verbreitung von Wissen zu Ihrer Mission werden Sie nicht nur eine Leidenschaft hervorrufen, sondern verschaffen sich auch einen Expertenstatus auf Ihrem Gebiet. Dieses Expertenwissen ist es, was andere Menschen dazu bringt, Ihre Beiträge zu lesen und mit Ihnen in die Kommunikation einzusteigen. Vielleicht ergeben sich daraus auch Anfragen von Journalisten oder anderen Bloggern, die nach einer glaubwürdigen und etablierten Meinung auf diesem Gebiet suchen und eine Nutzung Ihrer Inhalte auf anderen Blogs oder Medien anfragen – wodurch Sie wiederum eine vergrösserte Zielgruppe erreichen.
6. Sie können Ihren Unterstützern berichten – in Echtzeit
Neben der Möglichkeit, andere Unterstützer für Ihr Projekt zu gewinnen, können Sie Ihren bestehenden Unterstützern und Ihrer Nutzergemeinde unverzüglich über Fortschritte oder Erfolge Ihrer Arbeit berichten. Wurde beispielsweise Menschen mit Behinderung eine Räumlichkeit mit Therapiegeräten eingerichtet, die durch Spenden finanziert wurden oder dass der diesjährige Flohmarkt 750 EUR eingenommen hat, der von den Ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins abgehalten wurde, dann ist das doch eine Meldung wert. Diese tollen Erfolge können Sie ohne zeitlichen Verlust in Wort UND Bild (oder auch sogar mit Videos) an Ihre Nutzer übermitteln und Ihnen so das Gefühl geben, dass die Unterstützung genau da angekommen ist, wo sie ankommen sollte. Und Sie müssen nicht auf den vierteljährlichen Newsletter oder die Mitgliederzeitung warten – und haben auch nicht das direkte Feedback der Empfänger!
Ebenso wie Erfolgsmeldungen können Sie Ihren Nutzern aber auch Termine und besondere Ereignisse (kostengünstig) mitteilen, für die Sie sonst eine Anzeigenkampagne hätten starten müssen.
7. Wertschätzen Sie Ihre Ehrenamtlichen und Spender
Dank Twitter, Facebook oder jedem anderen Netzwerk können Sie Ihre Freiwilligen und Spendern wie Helden erscheinen lassen, in dem Sie gezielt die Aufmerksamkeit auf besondere Unterstützung richten und diesen Einsatz für Ihre Arbeit in Ihrem gesamten Netzwerk wertschätzen. Auch hier gibt es keine Notwendigkeit, bis zum Frühjahr-Newsletter zu warten, sondern Sie haben die Möglichkeit, anlassbezogen sofort Rückmeldung geben zu können.
8. Sie können Menschen auf aktuelle Bedürfnisse aufmerksam machen
Folgendes Szenario: Das Haus zur Betreuung von alleinerziehenden Müttern in Not veranstaltet einen Weihnachtsbasar, bei dem sich die Bewohner Spielzeug-Geschenke für die Kinder kostenlos abholen können. Es gibt nur ein Problem – es wurden nicht genügend Geschenkespenden abgegeben.
Dieses Szenario ist natürlich ein Alptraum für Ihre Organisation. Sie können nicht auf den nächsten Newsletter warten, Ihre Mitglieder direkt anzuschreiben ist viel zu teuer und wahrscheinlich haben diese bereits ihre Spende geleistet und Sie sollten sie nicht noch einmal mit einer Spendenanfrage strapazieren. Auch die Medien würden das Thema in der gebotenen Eile nicht aufnehmen. Was nun? Sie können Ihren Hilferuf – sogar mit einer genauen Ortsangabe des in Not befindlichen Hauses – ganz einfach in Ihren Sozialen Netzwerken öffentlich platzieren und durch sog. Viral Marketing (vergleichbar der Mund-zu-Mund-Propaganda) um Hilfe bitten. Ihre Mitglieder und Spender werden diesen Aufruf aufgrund Ihrer Bitte wiederum in die eigenen Netzwerke transportieren und so wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der Weihnachtsbasar doch noch mit glücklichen Kinderaugen enden.
9. Erzeugen Sie Begeisterung und Aufregung für Ihr (Fundraising) Event
Die Menschen überschlagen sich, nur um bei Ihrem Event dabei zu sein und massenweise Geld für Ihre Arbeit zu spenden… Schade. ÄsLeider entspricht dies zumeist nicht der Realität und ist frommes Wunschdenken.
Sozial Media kann Ihnen helfen, einen „Hype“ rund um Ihr Event aufzubauen. Er kann Menschen dazu bringen, Ihr Event zu besuchen und das Interesse der Medien zu wecken. Oder Sie schärfen damit die Aufmerksamkeit von Ladenbesitzern, die entweder dieses Event in irgendeiner Weise sponsern oder sogar mit Ihnen kooperieren möchten.
10. Sie können Beziehungen zu Journalisten und Bloggern aufbauen
Viele Journalisten, Blogger und Menschen, die in den Medien arbeiten sind selbst aktiv in den Sozialen Netzwerken vertreten und scannen fortwährend die Informationen nach interessanten Geschichten oder Aufmachern. Wenn Sie diese Personen unterstützen und Ihnen „Futter“ bieten, wird dies dazu beitragen, dass Sie vermehrt um Artikel über Ihre Arbeit oder fundierte Informationen zu Ihrem Expertenthema angefragt werden und somit Ihre Arbeit weiter verbreitet wird. Sie erhalten damit quasi kostenlose Öffentlichkeitsarbeit.
Wie Sie sehen gibt es diverse Gründe dafür, warum sich auch Non-Profit-Organisationen in den Social Media engagieren sollten. Wahrscheinlich werden Sie nun sagen, dass Sie keine Zeit haben, um sich in diese Themen tiefergehend einarbeiten zu können. In diesem Fall kann Ihnen eine Social Media Beratung helfen, welche Sie bei der Festlegung Ihrer Ziele sowie bei der Ausarbeitung einer individuellen Social Media Strategie unterstützen kann. Auch die Nachverfolgung der gesetzten Ziele (Monitoring) oder die Unterstützung bei praktischen Aktivitäten kann Bestandteil dieser Dienstleistung sein. Für Organisation und Vereine in Kiel und Umgebung würde ich Ihnen gerne dabei helfen, Ihr Profil nutzenbringend in den Sozialen Netzwerken zu platzieren und voranzutreiben. Schreiben Sie mir zum Kontakt gerne eine Email.


