WordPress an der Spitze – einige Zahlen zur Verbreitung

Vielen Internetnutzern der früheren Stunden dürfte WordPress noch als Blog-Software bekannt sein. Dass sich das System in den letzten Jahren aber zum vollwertigen Content-Management-System gemausert hat mit zig Millionen Installationen weltweit, dürfte für so manchen neu sein. Mittlerweile werden selbst grössere Unternehmenswebsites auf Basis von WordPress betrieben. Auf wpmu.org finden sich einige bemerkenswerte Zahlen zu WordPress, welche ich hier kurz vorstellen möchte. Die Zahlen beziehen sich auf Erhebungen aus dem April 2012.

  • Die aktuelle Version WordPress 3.3 wurde bisher 12 Millionen Mal heruntergeladen. Der Tag der Veröffentlichung dieser Version war der 12. Dezember 2011. Das bedeutet, dass durchschnittlich pro Tag 105.263 Downloads erfolgten. Natürlich sagt das noch nichts über die letztendliche Anzahl der tatsächlichen Installationen aus, da WordPress bei vielen Webhostern über sog. One-Click-Installs installiert werden kann, aber unter diesem Aspekt ist davon auszugehen, dass die Zahl der Installationen eher noch höher ist. Continue reading “WordPress an der Spitze – einige Zahlen zur Verbreitung” »

CMS – was ist das und wofür brauche ich es?

Moderne Webpages oder Portale basieren überwiegend auf einem Content-Management-System. Doch was ist das überhaupt und wieso sollten Sie das für Ihre Firma oder Ihre Organisation brauchen? Es gibt bestimmt mindestens genau so viele Definitionen für ein Content-Management-System (CMS) wie es unterschiedliche Systeme gibt.

Ich möchte hier auch nur einige wenige herausgreifen und dann lieber in eine praxistauglichere Erläuterung übergehen.

  1. “Ein System zur gemeinschaftlichen Erstellung, Bearbeitung und Organisation von Inhalten. Diese können aus Text- und Multimedia-Dokumenten bestehen. Ein Autor kann ein solches System in den meisten Fällen ohne Programmier- oder HTML-Kenntnisse bedienen.” – Quelle
  2. “A software application used for the collaborative creation, storage, and management of content in many formats.” – Quelle
  3. “A software tool that enables groups of (centralized) technical and (de-centralized) non technical staff to store, created, edit, manage and publish a variety of digital content types.” – Quelle

Alle Definitionen haben einige Aspekte gemeinsam:

  • Inhalte erstellen, bearbeiten und veröffentlichen
  • Gemeinsame Bearbeitung
  • Keine Programmierkenntnisse erforderlich
  • Texte oder Multimediainhalte möglich

Nachfolgend eine kleine Grafik, die sehr anschaulich die Funktionsweise eines CMS wiedergibt:

Quelle: http://www.ubc.ca/okanagan/itservices/service-catalogue/publishing-hosting/cms/help/how-it-works.html
Quelle: http://www.ubc.ca/okanagan/itservices/service-catalogue/publishing-hosting/cms/help/how-it-works.html

Aus der Grafik und den genannten Aspekten leiten sich auch schon die gewichtigsten Vorteile beim Einsatz eines Content-Management-Systems ab.

a. Musste man früher bei den herkömmlichen HTML-Webseiten noch einen Programmierer mit der Erstellung oder Änderung von Inhalten beauftragen, kann diese Tätigkeit nun von nicht-technischen Mitarbeitern oder Personal direkt im System durchgeführt werden. Die Bedienung eines CMS ist ohne Programmierkenntnisse möglich, da Textformatierungen zumeist über eine Word-ähnliche Menüleiste getätigt werden können.

b. Durch eine zumeist rollenbasierte Benutzersteuerung wird sichergestellt, dass dem Bearbeiter nur die Funktionalitäten zur Verfügung stehen, die ihm auch zugedacht sind. So ist es beispielsweise für einen Redakteur in der Regel nicht möglich, den Aufbau eines Artikels zu ändern, sondern eben nur einen neuen Artikel zu verfassen. Gegebenenfalls darf er zudem den Artikel anschliessend noch veröffentlichen, es ist jedoch auch möglich, diese Funktionen im Sinne eines 4-Augen-Konzepts zu trennen.

c. Durch die Trennung von Layout und Inhalt sind Änderungen an der Darstellungsweise der Website möglich, ohne Inhalte anpassen zu müssen. In der HTML-Welt, wo alle Artikeldateien fest mit einem Layout „verdrahtet“ sind, ist eine solche globale Layoutanpassung deutlich aufwändiger.

d. Dadurch, dass einen Content-Management-Systems browserbasiert ist, d.h. über einen normalen Browser gestartet wird, können die Mitarbeiter von überall auf der Welt darauf zugreifen und Inhalte erstellen oder ändern. Dies hat besondere Vorteile z.B. bei Mitarbeitern im Aussendienst oder in auswärtigen Filialen, die somit ohne aufwändige Einrichtung eines Firmennetzwerks nur mit einem Browser auf das jeweilige CMS zugreifen können. Artikel werden so viel schneller und aktueller veröffentlich, wie wenn sie erst über eine zentrale Stelle geleitet werden müssten.

e. Moderne CMS besitzen heutzutage die Möglichkeit, Funktionalitätserweiterungen direkt über den Browser zu installieren. Bei HTML-Websites oder alten CMS ist dies nur durch einen FTP-Upload auf den Webserver möglich. Wenn nun beispielsweise auf einer Seite ein Kalender eingebunden werden soll, wird im Browser nur das entsprechende Plugin ausgewählt und die Funktionalität steht ohne Verzögerung zur Verfügung – entsprechende Berechtigung natürlich vorausgesetzt (siehe oben).

f. Die meisten gängigen CMS bieten die Möglichkeit, die erstellten oder geänderten Inhalte zeitgesteuert zu publizieren. Somit können die Mitarbeiter Artikel vorab verfassen, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt auf der Website veröffentlichen lassen.

g. Für Unternehmen mit internationalen Beziehungen dürfte die Mehrsprachigkeit auch ein grosses Thema sein. Ein Content-Management-System lässt sich recht einfach auf mehrere Sprachen umstellen, wobei bei der Übersetzung alle bisher genannten Punkte Anwendung finden.

Dies sind nur einige wenige Vorteile, die durch den Einsatz eines Content-Management-Systems entstehen. Sicherlich ließe sich diese Liste noch ziemlich lange fortführen, doch ich denke, dass Sie hiermit einen guten Eindruck gewonnen haben.

Wahrscheinlich können nur sehr wenige Menschen von sich sagen, umfassende Kenntnisse in allen CMS zu haben, dafür sind die Systeme einfach zu unterschiedlich. Da ich meinen Kunden eine fundierte Beratung geben möchte, habe ich mich deswegen auf WordPress und Drupal als Content-Management-Systeme spezialisiert. WordPress deckt die „Standard“-Anforderungen von Kunden ab und ist mittlerweile bei mehreren Millionen Unternehmen weltweit im Einsatz. Drupal geht ein Stückchen weiter und ermöglich die Erstellung eigener Inhaltstypen und sehr spezieller Datenbankabfragen, sodass Kunden mit spezifischen Anforderungen wie z.B. Portallösungen hier bestens bedient werden. Beide Systeme sind Open-Source und somit kostenfrei erhältlich. Zusätzlich gibt es mittlerweile hunderte bis tausende kostenfreie (aber dennoch qualitativ hochwertige) Layouts, die sich mit nur wenig Aufwand auf die unternehmenseigene Corporate Identity anpassen lassen. Darüberhinaus lassen sich aber natürlich bei beiden Systemen völlig individuelle Anpassungen realisieren.

Bei desizn tech habe ich noch einen schönen zeitlichen Abriss der Entwicklung von Content-Management-Systemen gefunden:

Late 1997 - TYPO3’s development was started from scratch by Kasper Skårhøj in 1997. August 1999 went open source. [ More about TYPO3 ]
Sep 1999 - IntraNet Solutions launched Xpedio, the industry’s first end-to-end Web content management system, in September 1999. Xpedio is based on core IntraNet Solutions technology, combined with technology obtained from the acquisition of Info Access in September. [ More About Xpedio]
2000- SilverStripe software is developed by SilverStripe Limited, a website development company founded in 2000. On 3 February 2007, SilverStripe 2.0.0 was released publicly as free and open source software.
October 2001 - Movable Type is a weblog publishing system developed by the company Six Apart version 1.0 was publicly released .
2001Plone , a free and open source content management system that is built on top of the Zope application server.
January 2001 – Initial Release of Drupal, Originally written by Dries Buytaert as a message board, Drupal became an open source project in 2001.
May 2003 – WordPress 0.71-gold was released , available for download in the official WordPress Release Archive page. First Version official version of WordPress Relased on January 2004.
July 2004 - CMS Made Simple is built using PHP that provides website developers with a simple, easy to use utility to allow building semi-static website.
2003Textpattern is an open source content management system originally developed by Dean Allen, written in PHP using a MySQL database.
September 2005Joomla 1.0 was released.
2005dotCMS is a CMS for building/managing websites, content and content driven web application.
January 2007Frog CMS is an open source content management system originally developed by the company Philippe Archambault, is a port of the Ruby on Rails CMS known as Radiant.
April 2011 -Melody 1.0 Released, which is based on Movable Type.

Falls Sie für sich oder Ihr Unternehmen Beratungsbedarf zur Einrichtung eines Content-Management-Systems sehen, würde ich mich über Ihre Kontaktaufnahme freuen. Gerne können Sie mir auch Kommentare zum Artikel hinterlassen.

Studie vergleicht die Sicherheit von WordPress, Drupal, Joomla und Typo3

Content-Management-Systeme (CMS) gibt es ja bekanntlich viele. Zumeist hängt der Einsatz eines bestimmten CMS von der persönlichen Präferenz des Website-Entwicklers ab, es gibt aber auch “harte” Faktoren, die für oder gegen ein CMS sprechen. Die Sicherheit oder vielmehr die Unsicherheit ist zum Beispiel ein Aspekt, der sich nicht wegdiskutieren oder mit dem persönlichen Empfinden entkräften kann. Jedes Content-Management-System hat besondere Eigenschaften, die einen Vergleich zumindest schwierig, wenn nicht gar unmöglich machen.

Die hier angesprochene Studie von Philipp Krenn wagt den Versuch eines Vergleichs auf rein mengenmässiger Basis der aufgetretenen und bemerkten Fehler. Natürlich hinkt dieser Vergleich auch, denn die an den jeweiligen CMS beteiligten Entwicklerteams gehen wahrscheinlich mit der Fehlerveröffentlichung anders um oder geben Fehlern eine andere Gewichtung, aber irgendwo muss man ja mal anfangen :-).

Philipp vergleicht zu Anfangs nur die reine Quantität der im aktuellen Release identifizierten Schwachstellen. Hier schneiden Joomla und Typo3 relativ schlecht ab. Drupal ist in der Gesamtsumme der Fehler vergleichsweise gut und WordPress liegt irgendwo im Mittelfeld. Doch ist die Aussagekraft dieser Grafik recht fragwürdig, denn was allein besagt die blosse Anzahl der Fehler, wenn man nicht weiss, ob es sich um einen leichten oder einen kritischen Fehler handelt.

Im zweiten Schritt werden in der Studie die erkannten Schwachstellen nun gewichtet und nur die wirklich gefährlichen Schwachstellen fliessen in das nächste Schaubild ein. Bei diesem Punkt sind alle im Vergleich ausgewerteten CMS relativ gleich, mit Ausnahme von Typo3, welches doch eine deutlich höhere Schwachstellenanzahl aufweist. Dies führt Phillip jedoch (zumindest teilweise) auf die striktere Klassifizierung von gefährlichen Schwachstellen zurück, als bei den anderen CMS.

Wie bereits eingehend erwähnt, ist ein wirklicher Vergleich von Content-Management-Systemen sehr schwierig, deswegen möchte ich mich einer Wertung hier enthalten. Es scheint jedoch so, als ob Typo3 in beiden “Tests” nicht so gut wegkommt.

Ich persönlich arbeite bei relativ simplen Kundenwünschen gerne mit WordPress, weil es so schön schnell und einfach geht und weil durch die vielen Plugins eigentlich keine Wünsche offenbleiben. Bei differenzierteren Projekten, wenn z.B. die Inhaltsseiten selbst gestaltet werden müssen, greife ich dann zu Drupal, weil das Zusammenspiel von Views und sehr detaillierter Berechtigungsstruktur eigentlich jeden Kundenwunsch abbilden lassen – und auch für Drupel gibt es mittlerweile eine sehr grosse Anzahl fertiger Modules.

Ich würde mich über Ihre Meinung zu den verschiedenen CMS freuen. Bei Fragen können Sie mir natürlich auch gerne einen Kommentar hinterlassen.

 

Artikel-Archiv aus dem alten Drupal-Blog

Fortsetzung des Blogs mit WordPress

Da ich auch manchmal von unterwegs eine bequeme Möglichkeit haben möchte, in meinen Blog zu posten, habe ich mich dazu entschieden, den Blog statt in Drupal (mit dem die restliche Domain pfaender.org aufgebaut ist) nun in WordPress fortzuführen.

Dies hat mehrere Gründe:

  1. WordPress ist im Gegensatz zu Drupal vom Ursprung her eine Blogger-Software. Dies wird alleine ander Anzahl der Plugins deutlich, die für das System zur Verfügung stehen.
  2. Die Blogpflege in Drupal ist von meinem iPhone aus ein wenig umständlich, da das Administrations-Theme nicht so ganz auf mobile Endgeräte optimiert ist.
  3. Womit ich schon beim wichtigsten Punkt wäre: WordPress bietet eine offizielle iPhone-App zur Erstellung und Pflege von Inhalten an, die sich meines Erachtens hervorragend dafür eignet, mal schnell von unterwegs etwas zu schreiben. Man kann damit sogar Bilder einbinden und Links bequem erstellen.

Nun wird es also so sein, dass meine alten Blogposts weiterhin in dem anderen System zu finden sein werden und dass aus dem WordPress-Blog hier kein Zugriff darauf möglich ist. Ich werde jedoch gleich im Anschluss einen weiteren Artikel schreiben, in dem ich alle bisherigen Artikel aus dem Drupal-Blog mit Link aufliste, sozusagen als manuelles Archiv.

Ich hoffe, das ist eine einigermassen gangbare Lösung.